Nahrungsergänzungsmittel: Ihre Geschichte und ihre Nebenwirkungen


Wenn es früher (gemeint ist die Zeit vor dem NEM-Boom, also vor über 15 Jahren) von der Schulmedizin verordnete Medikamente wie Chemotherapeutika, Antibiotika und Immunsuppressiva waren, die iatrogene Krankheiten auslösten, sind es heute tatsächlich Nahrungsergänzungsmittel, die unkontrolliert, ohne Bedarf und in zu hohen Dosen konsumiert werden.

Die orthomolekulare Medizin (syn. Nahrungsergänzungsmittel) ist eine alternativ-medizinische Richtung innerhalb der symptomatisch agierenden Schulmedizin. Sie gehört keinesfalls zur Naturheilkunde, die den Ursachen einer Krankheit auf den Grund geht. Die orthomolekulare Medizin substituiert bei Mangelzuständen synthetische Vitalstoffe. Diese werden ausschließlich von Chemie-Großkonzernen produziert.
Nahrungsergänzungsmittel sind die überflüssigsten, u. U. sogar schädlichsten schulmedizinischen Präparate.


Scheinbar harmlose, aber biologisch hoch aktive Substanzen wie Vitamine können Schaden anrichten. Synthetische Vitamine sind reine Chemie

Nahrungsergänzungsmittel nutzen nur den Herstellern! Sie fallen nicht unter das Arzneimittel-, sondern unter das Lebensmittelgesetz. Somit sind sie keinen strengen Regulierungen unterworfen. Sie sind zwar TÜV-zertifiziert, jedoch nicht als Arzneimittel vom BfArM zugelassen. Verbraucherschützer warnen, dass sie häufig überdosiert werden und gesundheitsschädlich sein können. Zu bedenken ist auch, dass die häufigste Ursache von Mangelzuständen und antagonistischen Intoxikationen eine gastrointestinale Resorptionsschwäche bzw. eine immunologische Insuffizienz der Darmschleimhaut ist, somit auch die zugeführten Pillen nicht besser als die Nahrung verwertet werden.


Synthetische Vitalstoffe und Mikronährstoffe haben ganz andere Wirkungen im Organismus als die im natürlichen Verbund mit der Nahrung zugeführten. Organische Verbindungen werden im menschlichen Organismus anders verstoffwechselt als anorganische

Grundsatz: Wer Vitalstoffe substituieren will, muss rohes Gemüse, rohes Obst und rohe Nüsse essen. Roh deshalb, weil Erhitzung fast alle Vitamine und Enzyme zerstört.

Therapien mit Nahrungsergänzungsmitteln sind erfahrungsgemäß nicht nachhaltig. Es wird aber anders beworben. Die meisten Werbeaussagen sind Fake News und Fake Science in Reinkultur, denn nichts davon ist bewiesen, und nichts davon haben wir in der Behandlung real existierender Krankheiten als nachhaltig erfolgreich bestätigt gesehen.

Wörwag, Loges, Hevert, Biogena, DETOWA, LaVita, LR Health & Beauty Systems, Cellagon und alle anderen Vermarkter von Nahrungsergänzungsmitteln stellen keine Vitalstoffe (Mineralien, Vitamine, „Mikronährstoffe“) her. Sie werden ausschließlich von Chemie-Großkonzernen produziert: Zink von Alfa Aesar, Pyridoxin (Vitamin B6) von Atlantic Chemicals, Cholecalciferol (Vitamin D) von Merck, Ascorbinsäure (Vitamin C) in China, Selen (ein Industrieabfall) von Cofermin Chemicals etc. Andere – angeblich „biologische“ – Firmen, so auch Hevert, LaVita, Cellagon etc., kaufen in Megagebinden die Rohstoffe dort ein, verpacken und bewerben sie als naturheilkundliche Therapeutika – mit 1.000 %igen Aufschlägen. Ein einträgliches Geschäft. Der Markt der Nahrungsergänzungsmittel boomt: die Deutschen haben im Jahr 2020 1,35 Milliarden Euro für Nahrungsergänzungsmittel ausgegeben.

Der Konsum dieser überflüssigen und gesundheitsschädlichen Präparate (Es gibt wenige Ausnahmen für die Anwendung: z. B. Vitamin B12 bei der perniziösen Anämie) wird angeheizt von dubiosen Selbsthilfegruppen im Internet, hinter denen sich Vermarktungsstrategen der orthomolekularen Medizin verstecken. Aber das wird man internethörigen Menschen, die Assoziationen Glauben schenken und auf anekdotische Evidenz hereingefallen sind, nur schwer vermitteln können!

Qualitätsunterschiede gibt es bei den Produkten nicht, weil sie alle vom gleichen Hersteller stammen: Zink von Alfa Aesar etc.

LaVita und Cellagon sind pure Chemiedrinks. Sie werden aber beworben, als seien die Inhaltsstoffe natürliche Bestandteile der Säfte, was den Firmen etliche strafbewehrte Klagen von Verbraucher-schutzorganisationen eingebracht hat. LaVita und Cellagon (Berner GmbH & Co. KG) betrügen die Verbraucher: https://www.lebensmittelklarheit.de/kurzmeldungen/erfolgreich-abgemahnt-gesundheitsversprechen-zum-lavita-vitalstoffkonzentrat und https://utopia.de/ratgeber/cellagon-aurum-nahrungsergaenzung/

Weitere Themen:

+++  Nahrungsergänzungsmittel haben wie alle Chemikalien Nebenwirkungen. Zwei Beispiele: Früher dachten wir bei Haarausfall, Zahn­problemen und Nagelwachstumsstörungen an hormonelle Störungen und Mangelzustände infolge gastrointestinaler Resorptionsschwächen. Heute sind es fast immer Nebenwirkungen der Einnahme von Selen. Früher waren es Folgen von Fehlernährung, Alkoholismus und Bewegungsmangel, die zu Nephrosklerose und Nierenversagen, mitochondrialer Leberschädigung und Osteoporose führten. Heute sind es Nebenwirkungen der Einnahme von Vitamin D (Cholecalciferol). Weitere Beispiele (Vitamine B6, B3, A, C, Jod, Zink, MSM, Curcuma, Zeolith) hier klicken

+++  Vorsicht bei Krebspatienten! Der Energieverbrauch insbesondere an Vitaminen und Mikronährstoffen der Krebszelle ist ca. 20-mal höher als der gesunder Zellen. Deswegen ernähren Vitamincocktails vordergründig die Tumorzellen.

+++  Nahrungsergänzungsmittel werden nicht entwickelt aufgrund eines tatsächlich vorhandenen medizinischen Bedarfs. Die Werbestrategen der Firmen geben sich schön klingende Namen, die Eindruck schinden. Z. B. „… mit dem wissenschaftlichen Know-how des größten Wissenschaftsteams …“ Dann „stricken“ sie sich ihre Mittel unter Zuhilfenahme der Health Claims. Die wichtigste Frage lautet: Mit welcher Zusammensetzung können die umfangreichsten Werbeaussagen gemacht und somit der größtmögliche Gewinn erzielt werden. Es werden Geschichten erfunden, um das Ganze glaubhaft zu machen. Z. B. werden Mittel zu Cofaktoren erhoben, die angeblich zur besseren Resorption oder Umwandlung anderer Vitalstoffe benötigt werden. Dabei handelt es sich um Assoziationen und anekdotische (Internet-) Evidenz. Sonst nichts.

+++  Die Rolle der Health Claims am Beispiel Vitamin B6.


Resümee

Vitalstoffmangel-Zustände sind in Deutschland äußerst selten
Sie sind meist Folge eines Malabsorptionsproblems bei Colitis, Morbus Crohn und Zöliakie oder eines Defekts, z. B. Vitamin B12-Mangel bei der Perniziösen Anämie.

Nahrungsergänzungsmittel gehören nicht in die Hand von Heilpraktikern
Sinn einer heilerfolgreichen Therapie (Biologische Ganzheitstherapie) kann und darf nicht sein, scheinbar fehlende Vitalstoffe, Hormone oder Verdauungsenzyme zu substituieren, sondern den Organismus zu befähigen, diese selbst zu bilden. Zudem sollte ein leidender Patient nicht vergessen, dass trotz einiger Entgleisungen in der Eigenregulation als Ausdruck seiner Krankheit in jeder Sekunde Tausende verschiedenster enzymatischer, hormoneller, vegetativer und sensorischer Mechanismen im Zusammenspiel zwischen den Zellen „wie von selbst“ richtig ablaufen. In Anbetracht dieser Tatsache ist der Ruf nach einer Manipulation durch chemisch-künstliche Fremdregulation vielfach übertrieben. Es ist nämlich möglich, diese im Verhältnis zum funktionierenden Ganzen gering anmutenden Entgleisungen unter Ausnutzung und Anwendung des naturheilkundlichen Wissens zu korrigieren im Sinne einer Hilfe zur Selbsthilfe!

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