Progesteron - kontrovers diskutiert

"Naturidentische" oder "bioidentische" Hormone aus Pflanzen gibt es nicht!
Progesteron verhindert in der Schwangerschaft, dass der mütterliche Organismus den Embryo wie einen Tumor behandelt und fördert dadurch das werdende Leben (eine Art Proliferation).
Außerhalb der Schwangerschaft - und das ist logisch - fördert Progesteron andere proliferative Prozesse:
Nach relativ kurzer Progesteron-Anwendung können sich Autoimmunerkrankungen wie Morbus Hashimoto oder Morbus Basedow entwickeln und bislang stille Zysten explodierten, Nierenzysten zur dialysepflichtigen Niereninsuffizienz und Leberzysten zur Lebertransplantation führen sowie scheinbar geheilte Krebspatientinnen Rezidive entwickeln.
Frauen mit Mutationen des BRCA 1-Gens entwickeln ein Mammakarzinom.

Progesteron, ein Steroid, welches wie ein Hormon wirkt, bildet zusammen mit Östrogen die weiblichen Geschlechtshormone. Meistens wird es als synthetisch hergestelltes Gestagen zusammen mit Östrogen als Kombinationspräparat zur Empfängnisverhütung, bei starken Wechseljahrbeschwerden, Zyklusstörungen und Endometriose eingesetzt. Auch die "Pille danach" und die Minipille enthalten Progesteron.

Hormone können zwar einige Beschwerden symptomatisch lindern. Die Sorge um Auswirkungen einer Hormontherapie auf die Gesundheit ist jedoch mehr als berechtigt! Für Frauen, die an Krebs, insbesondere Brustkrebs, erkrankt sind oder dazu neigen, wenn Risiken für die Bildung von Blutgerinnseln, arteriellen Durchblutungsstörungen und Schlaganfall vorliegen und für Raucherinnen ist Progesteron nicht geeignet!

20.000 Gynäkologen allein in Deutschland sind der Meinung, dass Progesteron bei nicht gebärfähigen Frauen keine Rolle spielt. Nur einige hundert Anhänger des amerikanischen Arztes John R. Lee und der so genannten Rimkus-Methode sind gegenteiliger Ansicht.

Ob Vitamin D3 oder Progesteron: Es wurde ein "Glaubenskrieg" entfacht. Viele Therapeuten glauben, was ihnen auf einer Fachfortbildung, besser: Werbeveranstaltung, ein charismatischer Herr Doktor, der sich ein Denkmal setzen möchte, als sinnvoll und neu (Hauptsache reißerisch und konträr zur offiziellen Wissenschaftsmeinung) eingeredet hat. Irgendwann sind sie Verfechter einer Ideologie, die schon längst widerlegt wurde. Therapeuten, die lange überzeugt waren, dass Progesteron auch bei meno- und postmenopausalen Frauen etwas Gutes und Natürliches ist, wurden von eigenen negativen Erfahrungen überrascht.
Progesteron ist ein Steroidhormon (wie Cholecalciferol). Es wird in der Schwangerschaft gebildet, um zu verhindern, dass der mütterliche Organismus den Embryo "wie einen Tumor" behandelt, indem es die Tumorabwehr verhindert. Dass Progesteron in Bezug auf viele Krebserkrankungen eine ungünstige Wirkung hat, ist deshalb nicht überraschend. Viele Therapeuten ließen von der Therapie ab und betrachten Progesteron seitdem als einen gefährlichen Stoff, weil sich die Patientinnen beschwerten, seit der Einnahme unter Müdigkeit, Benommenheit, Sehstörungen, Schwindelgefühl, Kopfschmerzen und depressiven Verstimmungen zu leiden.
Uns sind Fälle bekannt, wo sich nach relativ kurzer Progesteron-Anwendung Autoimmunerkrankungen wie Morbus Hashimoto oder Morbus Basedow entwickelten und bislang "stille" Zysten geradezu explodierten, Nierenzysten zur dialysepflichtigen Niereninsuffizienz und Leberzysten gar zur Lebertransplantation führten sowie scheinbar geheilte Krebspatientinnen in kürzester Zeit Rezidive entwickelten. Und das ist logisch: Wenn Progesteron in der Schwangerschaft verhindert, dass der mütterliche Organismus den Embryo wie einen Tumor behandelt und werdendes Leben (auch eine Art Proliferation) fördert, werden - wenn keine Schwangerschaft vorliegt - durch Progesteron andere proliferative Prozesse gefördert.

Progesteron hat normalerweise die Aufgabe, den Körper einer Frau auf eine mögliche Schwangerschaft vorzubereiten, und es sorgt im Fall des Falles auch für den Fortbestand dieser Schwangerschaft. Auf Zellen mit Schäden im BRCA 1-Gen hat Progesteron zwei Auswirkungen: Zum einen teilen sich die Zellen schneller. Und da mit dem BRCA 1-Gen wichtige Reparaturmechanismen der Zelle ausgefallen sind, können sich weitere genetische Defekte anhäufen. Eine normale Brustzelle kann sich so Schritt für Schritt in eine Tumorzelle verwandeln. Progesteron begünstigt also die Krebsentstehung bei Trägerinnen des BRCA 1-Gens.

Außerhalb der Schwangerschaft gilt Progesteron als Tumormarker!
Erhöhte Serum-Progesteron-Werte findet man u. a. bei Ovarialtumoren (Thekazelltumor, Chorionepitheliom), Blasenmole, induzierter Hyperstimulation sowie angeborenen oder erworbenen Formen des adrenogenitalen Syndroms.
Die Medizinerin und Biologin Elisabeth Rieping (1950 - 2009) veröffentlichte wissenschaftliche Abhandlungen zum Thema Progesteron und Brustkrebs. Ihr Artikel Progesteron und Krankheit - Eine kritische Auseinandersetzung ist lesenswert.

Viele Internetseiten und Foren diskutieren dieses Thema heiß. Den meisten Informanden fehlt jedoch der pharmazeutische Hintergrund. So wird fälschlicherweise behauptet, man behandle mit "pflanzlichem" Progesteron. Zudem wurde das Buch "Natürliches Progesteron" des amerikanischen Arztes John Lee, der die bioidentischen Zusammenhänge als einer der ersten ausformulierte, missverständlich betitelt, was viele Frauen, die das Buch lesen, auf eine falsche Fährte lockt, auf die der "natürlichen Hormone".
Das ist natürlich Unsinn! Für Hormone wie Östrogen, DHEA, Testosteron und Progesteron gibt es keine natürlichen Quellen.
Die Hagebutte ist z. B. eine natürliche Quelle für Vitamin C. Eine Pflanze, aus der man Hormone gewinnen und in dieser natürlichen Form zur Therapie anbieten könnte, gibt es jedoch nicht! Es gibt zwar Pflanzen, die entfernte Vorstufen zu unseren Hormonen produzieren. Auch ist es möglich, z. B. aus der Yamswurzel den gereinigten und isolierten Ausgangsstoff in vielen Synthese-Schritten zum "bioidentischen" Progesteron oder Östradiol umzuwandeln. Die Endprodukte sind jedoch keineswegs natürlich, sondern künstlich.

Die Befürworter der "naturidentischen" oder "bioidentischen" Hormontherapie bedienen sich eines pseudowissenschaftlichen Konzepts, welches die "bioidentischen" Hormone als wirksamer und nebenwirkungsärmer als die synthetischen Derivate einstuft. Das stimmt jedoch nicht:
"Bioidentische" Hormone haben dieselben Nebenwirkungen wie die vermeintlich gefährlichen synthetischen Wirkstoffe!
Die "Wissenschaft" bezeichnet diese Methode haltlos und unsinnig. Info
Auch unter naturheilkundlich orientierten und ganzheitlich denkenden Therapeuten dominiert die Meinung, in komplexe glanduläre Systeme allenfalls homöopathisch korrigierend, jedoch nie supplementierend eingreifen zu dürfen. Primum non nocere, secundum cavere, tertium sanare!

Viele Befürworter der "bioidentischen" Therapie werben mit einer maßgeschneiderten, möglichst geringen Hormondosis. Diese soll mithilfe eines Speicheltests ermittelt werden. Allerdings: Untersuchungen haben gezeigt, dass die Hormonwerte im Speichel stark schwanken, abhängig z. B. von Tageszeit, Ernährung, Trinkmenge und der gebildeten Speichelmenge. Und die Konzentration im Speichel spiegelt auch nicht zuverlässig die Hormonmenge im Körper wider.

Vergleichsstudie
Im Rahmen der Überlegungen, ob auch das BIO-LABOR Hemer solche Speichelanalysen anbieten sollte, führte es eine Vergleichsstudie durch:
Der innerhalb weniger Minuten von derselben Frau abgegebene Speichel wurde an verschiedene Anbieter von Speichelanalysen gesandt.
Ebenso wurden Proben (mit unterschiedlichen Namen versehen!) an aufeinanderfolgenden Tagen an das gleiche Labor gesandt.
Die Ergebnisse unterschieden sich sowohl im Vergleich zwischen den Laboratorien als auch im Vergleich der Proben aufeinanderfolgender Tage in einem nicht akzeptablen Maße. Ausgehend von der Erstmessung variierten die Ergebnisse der anderen Messungen um bis zu minus 50 % und plus 100 %.
Speichelanalysen sind also für die Entwicklung eines heilerfolgreichen Therapieregimes absolut nicht geeignet!

Gute Pillen - Schlechte Pillen.de/Heikle Alternativen:
Hormone wirken im Körper, indem sie sich an bestimmten Stellen ankoppeln, an so genannte Hormonrezeptoren. Grundsätzlich gilt: Alle Stoffe, die an Hormonrezeptoren binden, können in körpereigene Regulationsvorgänge eingreifen - egal, ob es menschliche Hormone sind oder die pflanzlichen Phytohormone. Zum Beispiel können Isoflavone die Funktion der Schilddrüse ungünstig beeinflussen und das (Krebs-) Zellwachstum in der Brustdrüse und der Gebärmutterschleimhaut anregen. ...

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